Das kleine 1x1 der Backformen
Wer versteht, wie Volumen, Form und Backzeit zusammenspielen, kann Rezepte flexibel anpassen – ohne böse Überraschungen. Dieses kleine 1×1 zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Backformen ersetzt, Teigmengen richtig umrechnest und am Ende sicher erkennst, wann dein Kuchen fertig ist.
Sofie
Digital Content Creator
Backformen gibt es in vielen Varianten. Rund, lang, eckig, quadratisch, hoch oder flach. Und schnell stellt sich die Frage: Kann ich diese Form einfach ersetzen? Entscheidend sind dabei nicht Optik oder Name, sondern Volumen, Höhe und Backverhalten.
Damit du rasch erkennst, welche Backformen sich problemlos austauschen lassen und wo ein kurzer Denk-Check nötig ist, haben wir die wichtigsten Formen für dich kategorisiert. Danach geht es ins kleine 1×1 des Umrechnens, wo du Schritt für Schritt lernst, Teigmengen anzupassen und die Backzeit richtig einzuschätzen.
Unsere Lieblingsbackformen im Überblick
Cakeformen und Gugelhopf
Cakeform oder Gugelhupf? Die gute Nachricht zuerst: Stimmt das Volumen, passt meist auch die Menge. Haben beide Formen ein ähnliches Fassungsvermögen, lassen sich die Zutaten für klassische Cakes fast 1:1 übernehmen. Der Unterschied liegt im Backen selbst, denn durch das Loch in der Mitte bäckt der Gugelhupf oft etwas schneller und gleichmässiger. Heisst für dich: Rezeptmenge übernehmen, Backzeit im Blick behalten und entspannt backen.
Tortenformen
Ob rund, eckig oder quadratisch: Tortenformen erfüllen denselben Zweck, unterscheiden sich aber in Volumen und Backverhalten. Wechselst du von eckig zu rund (oder umgekehrt), ist weniger die Form entscheidend als das Fassungsvermögen – stimmt das, lassen sich Rezeptmengen meist problemlos übertragen. Wichtig ist nur, die Backzeit im Auge zu behalten: Flachere, breitere Formen backen schneller, höhere kompaktere etwas langsamer.
Formen für Kleinbackwaren
Formen für Kleinbackwaren sind gemacht für alles, was portioniert, gleichmässig und zuverlässig gelingen soll, von Muffins über Brownies bis zu kleinen Küchlein. Entscheidend ist hier weniger das Volumen als die Anzahl und Grösse der Mulden, denn sie beeinflussen Backzeit, Bräunung und Konsistenz. Je kleiner und flacher die Form, desto schneller ist das Gebäck im Ofen, ein früher Kontrollblick lohnt sich immer.
1. Volumen und Höhe bestimmen
So misst du das Volumen
Nicht die Form ist entscheidend, sondern wie viel Teig hineinpasst. Ob rund, eckig, hoch oder flach – am Ende zählt das Fassungsvermögen.
So geht’s:
Form mit Wasser aus dem Messbecher füllen
Bei Springformen oder verstellbaren Formen: dünnen Plastikbeutel einlegen
Wassermengen notieren
Die Höhe entscheidet über die Backzeit
Zwei Backformen können das gleiche Volumen haben und trotzdem ganz unterschiedlich backen. Der Grund ist die Höhe. Ein hoher Kuchen braucht länger, bis die Hitze im Kern ankommt. Ein flacher backt schneller, trocknet aber auch eher aus.
Das heisst konkret:
Gleiche Teigmenge in höherer Form = längere Backzeit
Gleiche Teigmenge in flacherer Form = kürzere Backzeit
Höhere Kuchen profitieren oft von etwas tieferer Temperatur
2. Teigmengen umrechnen
Keine Sorge: Du musst nicht millimetergenau rechnen. Beim Backen gleichen sich kleine Abweichungen oft über die Höhe des Kuchens und die Backzeit von selbst aus.
Umrechnungsfaktor
Hast du beide Volumen, teilst du das Volumen der neuen Form durch das der ursprünglichen. Mit diesem Faktor multiplizierst du jede Zutat, damit die Teigmenge zur neuen Form passt. Aber ehrlich gesagt: In vielen Fällen reicht ein grobes Verhältnis völlig aus.
Nicht teilbare Zutaten? Entspannt bleiben
Halbe Eier, Drittel Eigelb – klingt komplizierter, als es ist.
Ei verquirlen, abwiegen und die benötigte Menge verwenden
oder bewusst runden, wenn sich die Form nur wenig unterscheidet
Bei ähnlich grossen Formen wird der Kuchen einfach etwas höher oder flacher und braucht entsprechend länger oder kürzer im Ofen.
Wann ist das Umrechnen keine gute Idee?
Nicht jeder Teig verzeiht einen Formwechsel. Ein klassischer Rüeblikuchen für die Springform zum Beispiel lässt sich nicht einfach in einen Cake verwandeln. Der Teig ist zu feucht, der Cake würde schlecht durchbacken und kaum aufgehen.
Vorsicht bei:
sehr feuchten Teigen
stark aufgeschlagenen Massen
empfindlichen Schichtkuchen
3. Wie voll darf eine Backform sein?
Eine bewährte Faustregel: Backformen nur bis etwa zwei Drittel der Höhe füllen.
Zu voll = Teig läuft über oder backt schlecht durch
Zu wenig Teig = Kuchen wird flach und trocknet schneller aus
Du hast noch Teig übrig? Damit kannst du ein paar Muffins backen.
4. Backzeit anpassen
Wenn du eine Backform ersetzt, bleibt eines fast nie gleich: die Backzeit. Mehr oder weniger Teig, eine andere Höhe oder ein anderes Material verändern, wie schnell der Kuchen durchbäckt.
Diese Faustregeln helfen dir beim Einschätzen:
Mehr Teig oder eine höhere Form = längere Backzeit
Weniger Teig oder flachere Formen = kürzere Backzeit
Kleine Portionen (z. B. Muffins statt Cake) = deutlich kürzer
Dunkle oder Metallformen = backen schneller als helle, Glas- oder Keramikformen
Starte im Zweifel mit der im Rezept angegebenen Zeit und überprüfe den Kuchen gegen Ende frühzeitig. Lieber ein paar Minuten länger nachbacken als zu früh aus dem Ofen holen.
5. Wann ist der Kuchen fertig gebacken?
Eine Backprobe lohnt sich immer – besonders bei neuen Formen.
So geht’s:
Holzspiess oder Stricknadel an der dicksten Stelle einstechen
herausziehen
die Spitze darf feucht sein, aber ohne rohen Teig
Jeder Ofen backt anders. Die Zeit im Rezept ist ein Richtwert – dein Gefühl am Ende entscheidet.
Gut zu wissen fürs nächste Backen
Backen kann leicht sein. Auch dann, wenn die Backform nicht exakt dem Rezept entspricht. Wenn du das Volumen kennst, die Höhe richtig einschätzt und die Backzeit etwas anpasst, kannst du Rezepte flexibel umsetzen und trotzdem auf ein gutes Ergebnis zählen. Probiere es beim nächsten Kuchen einfach aus, behalte den Ofen im Blick und vertrau deinem Gefühl. Mit ein wenig Wissen und den richtigen Handgriffen gelingt dein Kuchen auch ohne perfekte Form zuverlässig.